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Dozentinnen: Oberärztin für Gynäkologie, Hebamme

Dr. Sophia Andres, Anne Steiner, Dr. Mareike Bolten

CTG-Kompass - Triple Mix Fortbildung

Fortbildungsstunden: 4 FB

Mo., 16. Nov. 2026 , 09:00–12:30 Uhr

Online-Vortrag über Zoom

Fetale Überwachung unter der Geburt – Physiologie verstehen, Sicherheit gestalten

Drei Expertinnen, drei Perspektiven, ein gemeinsames Thema: Wie können wir das fetale Wohlbefinden unter der Geburt sicher, physiologisch und situationsgerecht beurteilen?In diesem Triple Mix verbinden wir aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse mit konkreter geburtshilflicher Praxis. Die drei jeweils etwa 60-minütigen Einheiten spannen den Bogen von der physiologischen CTG-Interpretation über die intermittierende Auskultation im Niedrigrisikokollektiv bis hin zur differenzierten Bewertung von Baselineveränderungen und fetaler Tachykardie.

Für wen ist die Fortbildung geeignet?

Der Triple Mix richtet sich an Hebammen aus Klinik, Geburtshaus und außerklinischer Geburtshilfe, die ihre fetale Überwachung stärker physiologisch und evidenzbasiert ausrichten möchten.

3 Expertinnen · 3 Perspektiven · ca. 3 Stunden FortbildungVon der physiologischen Geburt und intermittierenden Auskultation über die Reaktion auf Hypoxie bis zur Erkennung subtiler CTG-Veränderungen entsteht ein Gesamtbild, das eine zentrale Frage durch alle drei Vorträge trägt:

Wie erkennen wir, ob es diesem individuellen Kind unter der Geburt gut geht – und wann müssen wir handeln?

Inhalte der Fortbildung

Dr. Sophia Andres

Physiologische CTG-Interpretation: Hypoxie erkennen und die Kaskade der Asphyxie verstehenWas kann das CTG tatsächlich leisten – und wo liegen seine Grenzen? Dr. Sophia Andres zeigt, wie sich CTG-Veränderungen aus der fetalen Physiologie heraus verstehen lassen. Im Fokus stehen die Reaktion des Feten auf hypoxischen Stress, seine Kompensationsmechanismen und die Entwicklung von Hypoxie über metabolische Azidose bis hin zur Asphyxie.Grundlage ist unter anderem die aktuelle Ulmer Untersuchung zur Implementierung der physiologischen CTG-Interpretation, bei der eine Abnahme neonataler Azidosen und neonataler Morbidität beobachtet wurde, ohne dass die adjustierte Sectiorate anstieg.

Anne Steiner

Intermittierende Auskultation im Niedrigrisikokollektiv: Sicher überwachen ohne kontinuierliches CTGWie viel technische Überwachung braucht eine physiologisch verlaufende Geburt? Anne Steiner bringt die Perspektive der hebammengeleiteten Geburtshilfe ein und beleuchtet die intermittierende Auskultation als zentrale Form der fetalen Überwachung bei Gebärenden mit niedrigem Risiko.Ausgehend von den Daten aus fünf Jahren Geburtshaus Nordstern am Kantonsspital Aarau geht es um Risikoselektion, kontinuierliche klinische Einschätzung, intermittierende Auskultation und klare Kriterien für eine Eskalation der Überwachung. Die publizierte Kohorte zeigt bei sorgfältig ausgewählten Low-Risk-Gebärenden hohe Raten vaginaler Geburten und niedrige Raten schwerwiegender maternaler und neonataler Komplikationen.

Dr. Mareike Bolten

Wenn die Baseline sich verändert: Fetale Tachykardie, Inflammation und frühe Warnzeichen im CTGIst eine fetale Herzfrequenz unter 160 bpm automatisch unauffällig? Dr. Mareike Bolten richtet den Blick auf die individuelle Baseline und deren Veränderung im Geburtsverlauf. Gemeinsam mit Edwin Chandraharan hat sie den „Chorio Duck Score“ publiziert, der CTG-Veränderungen und klinische Zeichen bei fetaler Inflammation beziehungsweise Chorioamnionitis zusammenführt.Besprochen werden unter anderem Baselineanstieg, Verlust von Cycling und Akzelerationen, Veränderungen der Variabilität sowie die Bedeutung von ZigZag- und sinusoidalen Mustern. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie eine beginnende fetale Inflammation erkannt werden kann, bevor eine klassische Tachykardie oder maternales Fieber das Bild bestimmen. Der Ansatz ist inzwischen auch in die revidierte internationale Expertenempfehlung zur physiologischen CTG-Interpretation eingeflossen, wobei dort zugleich auf die noch notwendige weitere Validierung des Chorio Duck Scores hingewiesen wird.

Über die Referentin

Dr. Sophia Andres

Dr. med. Sophia Andres ist Oberärztin an der Universitätsfrauenklinik Ulm und Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin. Ein besonderer Fokus ihrer klinischen und wissenschaftlichen Arbeit liegt auf der fetalen Überwachung unter der Geburt und der physiologischen CTG-Interpretation. Während eines Fellowship-Programms in Feto-Maternal Medicine am Queen Elizabeth Hospital in London vertiefte sie ihre Expertise auf diesem Gebiet. Heute verbindet sie klinische Erfahrung, Forschung und Lehre mit dem Ziel, die CTG-Beurteilung stärker an der fetalen Physiologie auszurichten.

Anne Steiner 

Anne Steiner, Hebamme MSc, EMBA, ist Leiterin des Geburtshauses Nordstern am Kantonsspital Aarau und beim Schweizerischen Hebammenverband (SHV) für Qualität und Innovation verantwortlich. Seit vielen Jahren setzt sie sich für die Weiterentwicklung einer hebammengeleiteten, evidenzbasierten und frauenzentrierten Geburtshilfe ein. Dabei verbindet sie ihre praktische Erfahrung als Hebamme mit umfassender Expertise in Qualitäts- und Prozessmanagement und der Entwicklung innovativer Versorgungsmodelle.

Dr. Mareike Bolten 

Dr. med. Mareike Bolten ist Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe mit Schwerpunkt Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin und heute Oberärztin sowie Leiterin des Kreißsaals am Klinikum Leverkusen. Zuvor war sie viele Jahre in Großbritannien tätig – unter anderem als Klinische Direktorin der Geburtshilfe des Lewisham & Greenwich NHS Trust . Sie verfügt über langjährige Erfahrung in der physiologischen CTG-Interpretation und deren Vermittlung und gehört zum CTG-Xpert-Team der Universitätsfrauenklinik Ulm.

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