Du möchtest dein Wissen rund um Stillen, Laktation und die professionelle Begleitung von Familien vertiefen? Unsere Fortbildung richtet sich an Hebammen, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger:innen sowie weitere Fachpersonen aus Pflegeberufen und Arbeitsfeldern rund um Geburt, Wochenbett und frühe Elternschaft.
Dabei entscheidest du selbst, welcher Weg zu dir passt: Du kannst einzelne Module gezielt nach deinen fachlichen Interessen buchen oder die Fortbildung als einjährige Stillweiterbildung absolvieren.
Die verschiedenen Module verbinden fundiertes Fachwissen mit konkreten Fragestellungen aus dem Berufsalltag. Von den physiologischen Grundlagen der Laktation über Saug- und Stillprobleme, Brustgesundheit und besondere Ernährungssituationen bis hin zur Begleitung komplexer Stillverläufe erhältst du Wissen, das du unmittelbar in deine Beratung und Betreuung übertragen kannst.
Die einjährige Weiterbildung bietet dir die Möglichkeit, dich intensiv und systematisch mit dem Themenfeld Stillen auseinanderzusetzen, Zusammenhänge besser zu verstehen und deine Beratungskompetenz Schritt für Schritt auszubauen.
Für alle, die sich im Anschluss für die IBCLC-Qualifizierung interessieren, bieten wir nach der einjährigen Weiterbildung ein zusätzliches Modul an, das euch gezielt auf die Anforderungen und das IBCLC-Examen vorbereitet.
Die einjährige Weiterbildung deckt bereits einen großen Teil der relevanten Inhalte ab. Welche zusätzlichen Voraussetzungen für die Zulassung zum IBCLC-Examen erfüllt werden müssen, erklären wir ausführlich im ersten Termin der Weiterbildung.
Modul 6 – Gedeihen von Stillkindern, Milchbildung & Stillhilfsmittel
In diesem Modul geht es um das sichere Gedeihen von Stillkindern: die ideale Gewichtsentwicklung und Ursachen für geringe Milchbildung. Ihr lernt, Stillkrisen früh zu erkennen, effektive Beratungsstrategien einzusetzen und physiologische von pathologischen Verläufen sicher zu unterscheiden. Außerdem bekommt ihr einen Einblick in Zufütterungsmethoden – Fingerfeeding, Bechern, Brusternährungsset – sowie evidenzbasierte Galaktogoga, Stillmanagement bei mangelnder Milchbildung und die Bedeutung der psychosozialen Faktoren für das Stillen.
Modul 7 – PRÄSENZ IN BERLIN NEUKÖLLN: Fallanalysen, Alternative Fütterungsmethoden & Brustmassagen
1. Tag – Fallanalysen aus der Praxis
Am ersten Tag besprecht und analysiert ihr herausfordernde Fälle aus eurem Berufsalltag. Gemeinsam werden mögliche Ursachen, Zusammenhänge und geeignete Vorgehensweisen erarbeitet.
2. Tag – Praktische Untersuchungen und Fütterungsmethoden
Am zweiten Tag stehen Mund- und Brustuntersuchung sowie alternative Fütterungsmethoden im Mittelpunkt. Ihr lernt, anatomische Besonderheiten der Brust einzuschätzen und geeignete sanfte Massagetechniken bei Milcheinschuss, Milchstau und verstopften Milchgängen anzuwenden.
Modul 8 – Traumatische Situationen und Krisen rund um Geburt und Wochenbett
Geburt und Wochenbett können neben Freude und Nähe auch von Kontrollverlust, medizinischen Eingriffen, Trennung, Ängsten oder belastenden Erfahrungen geprägt sein. In dieser Fortbildung setzt du dich damit auseinander, wie traumatische Situationen und akute Krisen das Erleben von Eltern, die frühe Bindung und den Stillbeginn beeinflussen können. Du lernst mögliche Stress- und Traumareaktionen zu erkennen und die individuellen Grenzen der Betroffenen zu respektieren. Im Mittelpunkt steht eine traumasensible Begleitung, die Sicherheit, Orientierung und Selbstwirksamkeit stärkt, ohne Erlebtes zu bewerten oder vorschnell Lösungen vorzugeben. Du reflektierst deine Kommunikation und erhältst Anregungen für einen achtsamen Umgang mit herausfordernden Situationen im beruflichen Alltag. Zugleich lernst du, die Grenzen der eigenen Rolle wahrzunehmen und bei Bedarf geeignete weiterführende Unterstützung anzuregen.
Modul 9 – Komplexe Stillkomplikationen souverän managen
Dieses Modul führt euch tiefer in das Management von Milchstau, Mastitis und Abszessen – mit klaren Algorithmen, neuesten Studien und praxisnahen Red Flags zur Unterscheidung von ernsthaften Differenzialdiagnosen. Ihr erarbeitet, wie ihr Entzündungsvorgänge früh erkennt, Stillbeziehungen schützt und mit modernen Ansätzen wie probiotischer Therapie oder mikrobiologischer Diagnostik arbeitet. Dieser Teil stärkt eure Sicherheit in Akutsituationen und gibt euch klare Entscheidungswege an die Hand.
Modul 10 – Das unruhige Stillkind
In diesem Modul beschäftigst du dich mit unruhigen, häufig weinenden Säuglingen sowie mit Schrei-, Schlaf-, Still- und Fütterproblemen. Du lernst, kindliches Verhalten und mögliche Ursachen differenziert einzuschätzen, Warnzeichen zu erkennen und das Stillverhalten systematisch zu überprüfen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Stillstreik, Regulationsschwierigkeiten und alltagstauglichen Möglichkeiten, Säuglinge beim Beruhigen und Schlafen zu unterstützen. Dabei werden auch psychosoziale Belastungen, unrealistische Erwartungen und verbreitete Mythen rund um das Schreien und Stillen reflektiert. Du erfährst, wie du überforderte Eltern stärkst, zur Gewaltprävention beiträgst und bei Bedarf geeignete weiterführende Hilfe vermittelst.
Modul 11 – Infektionen, Erkrankungen und Impfungen in der Stillzeit
In diesem Modul beschäftigst du dich mit Infektionen der Brust sowie allgemeinen Erkrankungen der Mutter und deren Bedeutung für das Stillen. Thematisiert werden außerdem virale Infektionen und die Frage, wie Stillen in unterschiedlichen Krankheitssituationen sicher begleitet werden kann. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Impfungen in der Stillzeit und der fachlichen Einordnung möglicher Unsicherheiten und Fragen aus der Beratungspraxis.
Modul 12 – Wunde Brustwarzen verstehen & behandeln
In diesem Modul lernt ihr, wunde Brustwarzen sicher einzuordnen und ursächlich zu behandeln – denn Schmerzen sind niemals normal, sondern ein frühes Warnsignal für Stillprobleme. Ihr vertieft korrekte Anlegetechniken, erkennt orale Dysfunktionen und differenziert zwischen Soor, Ekzem, Raynaud oder Saugirritation anhand klinischer Leitsymptome. Zudem bekommt ihr evidenzbasierte Maßnahmen zur Wundheilung verletzter Brustwarzen an die Hand, von Low-Level-Lasertherapie bis hinzu Hydrogelpads ist alles dabei.
Modul 13 – Beikosteinführung und Ernährung in der Stillzeit
In diesem Modul erhältst du fundiertes und praxisnahes Wissen zur Ernährung in Schwangerschaft, Stillzeit und Beikostphase. Du lernst, widersprüchliche Empfehlungen und verbreitete Mythen einzuordnen und Familien klar, individuell und alltagstauglich zu beraten. Im Mittelpunkt steht eine gesundheitsförderliche, klimafreundliche und genussvolle Ernährung, die zur jeweiligen Lebenssituation passt. Außerdem erfährst du, wie Eltern den Übergang von der Milch zur Beikost bedürfnisorientiert, nachhaltig und ohne unnötigen Druck gestalten können. Aktuelle wissenschaftliche Empfehlungen werden dabei mit langjähriger Erfahrung aus der Elternberatung verbunden. Ziel ist es, deine Beratungskompetenz zu stärken und Familien Orientierung, Sicherheit und Entlastung zu vermitteln.
Modul 14 – Stillen von Frühgeborenen – den Übergang von der Klinik nach Hause begleiten
In diesem Modul beschäftigst du dich mit der Stillbegleitung von Frühgeborenen beim Übergang von der Klinik in das häusliche Wochenbett. Du erfährst, wie du die Milchbildung nach einer Frühgeburt aufbauen, stabilisieren und langfristig erhalten kannst und welche Bedeutung Kolostrum und Muttermilch gerade für unreife und besonders kleine Frühgeborene haben. Gemeinsam betrachten wir die noch unreife Saug-Schluck-Atem-Koordination und typische Herausforderungen wie schnelles Ermüden, Einschlafen an der Brust oder kurze und ineffektive Trinkphasen. Du lernst Möglichkeiten des Saugtrainings und der orofazialen Stimulation kennen und erfährst, wie du Familien beim schrittweisen Übergang von Sonde, Flasche oder Brusternährungsset an die Brust begleiten kannst. Dabei spielen Hautkontakt, Bonding und eine entwicklungsfördernde, bindungsorientierte Begleitung ebenso eine wichtige Rolle wie die Beratung und Stärkung der Eltern nach einer oftmals belastenden Zeit auf der Neonatologie.
Modul 15 – Medikamente und Schadstoffe in der Muttermilch
In diesem Modul beschäftigst du dich mit dem Einsatz von Arzneimitteln und weiteren potenziellen Schadstoffen während der Stillzeit. Du lernst, welche Faktoren den Übergang eines Wirkstoffs in die Muttermilch und seine mögliche Wirkung auf das gestillte Kind beeinflussen. Dabei werden der Milch-Plasma-Quotient, die relative kindliche Dosis sowie besondere Risiken bei Früh- und Neugeborenen verständlich erläutert. Auch frei verkäufliche Präparate, Nahrungsergänzungsmittel, Naturheilmittel, Tees, Lokaltherapeutika und diagnostische Verfahren werden thematisiert. Du erfährst, wie sich Risiken anhand verlässlicher Fachinformationen differenziert einschätzen lassen und weshalb eine Stillunterbrechung nur nach sorgfältiger individueller Prüfung erfolgen sollte.
Modul 16 – Anteriores und posteriores Zungenband sicher differenzieren
Dieses Modul stärkt euch darin, Zungenbandbefunde fachlich differenziert einzuordnen und Eltern ruhig, klar und verantwortungsvoll zu begleiten. Im Mittelpunkt steht nicht der operative Eingriff, sondern das fundierte Verständnis von Funktion, Entwicklung und möglichen Einflussfaktoren, da Still- und Saugprobleme in der Regel multifaktoriell bedingt sind und nicht allein durch das Zungenband erklärt werden können. Ein zentraler Schwerpunkt der Fortbildung liegt auf der klaren Unterscheidung zwischen dem anterioren und dem posterioren Zungenband.