www.hebammenplattform.de

Kinderkrankenschwester, examinierte Still- und Laktationsberaterin IBCLC, entwicklungsfördernde Neonatalbegleiterin und Geburtsvorbereiterin (GfG)

Katrin Bautsch

Anteriores und posteriores Zungenband sicher differenzieren - statt vorschnell zu schneiden

Fortbildungsstunden: 5 FB

Für die Fortbildung werden 5 Fortbildungsstunden, gemäß HebBo Berlin anerkannt.

Mo., 02. März 2026 von 09:00 – 13:00 Uhr

Online-Vortrag über Zoom

Zungenband – sicher einschätzen und verantwortungsvoll begleiten

Das Thema Zungenband begegnet euch in der Hebammenarbeit zunehmend häufiger. Gleichzeitig nimmt die Verunsicherung zu, da nicht immer klar ist, wann ein Zungenband tatsächlich behandlungsbedürftig ist und wo Überdiagnostik beginnt.

Diese Fortbildung stärkt euch darin, Zungenbandbefunde fachlich differenziert einzuordnen und Eltern ruhig, klar und verantwortungsvoll zu begleiten. Im Mittelpunkt steht nicht der operative Eingriff, sondern das fundierte Verständnis von Funktion, Entwicklung und möglichen Einflussfaktoren, da Still- und Saugprobleme in der Regel multifaktoriell bedingt sind und nicht allein durch das Zungenband erklärt werden können.

Ein zentraler Schwerpunkt der Fortbildung liegt auf der klaren Unterscheidung zwischen dem anterioren und dem posterioren Zungenband. Das anteriore Zungenband ist sichtbar, seit langem bekannt und kann bei eindeutiger funktioneller Einschränkung sinnvoll behandelt werden. Das posteriore Zungenband hingegen liegt verdeckt unter der Schleimhaut und erfordert eine besonders sorgfältige, interdisziplinäre Einschätzung. Aktuelle Tendenzen zu vorschnellen Diagnosen und Eingriffen werden kritisch eingeordnet, stets mit Blick auf den Schutz des Kindes vor unnötigem Schmerz, Stress und potenziellen Langzeitfolgen.

Inhalte der Fortbildung

  • Die embryologische Entwicklung von Zunge und Mundboden und ihre Bedeutung für das Zungenband.

  • Die fachliche Abgrenzung zwischen anteriorem und posteriorem Zungenband.

  • Typische klinische Befunde und deren funktionelle Auswirkungen auf Saugen und Stillen.

  • Eine differenzierte Betrachtung von Still- und Saugproblemen unter Einbezug weiterer Einflussfaktoren.

  • Der Einfluss von Geburtsverlauf, Muskeltonus und Spannungsmustern auf das Saugverhalten.

  • Aktuelle Behandlungsansätze mit ihren jeweiligen Chancen, Grenzen und Risiken.

  • Die Bedeutung von Schmerz und Stress im Säuglingsalter aus entwicklungsneurologischer Sicht.

  • Die Rolle der Hebamme in Beratung, Einschätzung und Entscheidungsbegleitung.

  • Möglichkeiten und Grenzen der interdisziplinären Zusammenarbeit sowie sinnvolle Überweisungswege.

Euer Mehrwert

Diese Fortbildung bietet euch fachliche Klarheit in einem emotional und fachlich stark diskutierten Themenfeld. Sie unterstützt euch dabei, aktuelle Trends kritisch zu bewerten und auf einer fundierten fachlichen Grundlage zu entscheiden, anstatt vorschnellen Empfehlungen zu folgen. Gleichzeitig stärkt sie eure professionelle Haltung gegenüber Eltern, Ärztinnen und Ärzten sowie Therapeutinnen und Therapeuten.

Ihr gewinnt mehr Sicherheit in der Einschätzung von Zungenbandbefunden, erweitert eure Argumentationsfähigkeit in Beratungsgesprächen und vertieft eure kindzentrierte, verantwortungsvolle Perspektive. Das vermittelte Wissen ist praxisnah und direkt in euren beruflichen Alltag integrierbar.

Über die Referentin

Katrin Bautsch ist Kinderkrankenschwester mit über 40 Jahren Erfahrung in der Betreuung von Früh- und Neugeborenen sowie examinierte Still- und Laktationsberaterin (IBCLC).

Ihr beruflicher Schwerpunkt liegt auf Stillförderung und Bindungsstärkung – durch Beratung, Vorträge und Lehrtätigkeit.

Besonders engagiert ist sie in der Ausbildung von Fachpersonal sowie in der Umsetzung und Schulung zur „Babyfreundlichen Klinik“ nach WHO/UNICEF.

Buche dir jetzt direkt dein Ticket

Weitere Fortbildungen

29.01.2026
Wochenbett

Daniela Erdmann

Neues von der Bettkante – Evidenzbasiertes Wochenbett­
30.01.2026
Schwangerschaft

Renate Egelkraut

Schwangerenvorsorge neu denken – zwischen Evidenz, Empathie und Eigenverantwortung
02.02.2026
Early-Bird-Ticket, Wochenbett

Thomas Harms

Emotionelle Erste Hilfe im Wochenbett